Kurze Schiffsgeschichte

Die Nordheimer Fähre wird an zwei Stahlhochseilen geführt. Das funktioniert nur, weil der hiesige Flussabschnitt für die Berufsschifffahrt gesperrt ist. Dabei wurde diese seltene Konstruktion ursprünglich gerade errichtet, um der Berufsschifffahrt auf dem Main bei Nordheim auszuweichen. Denn bis ins frühe 20. Jahrhundert pendelte die Fähre an einer Kette, die unter Wasser – und der „Mainkuh“ wörtlich in der Quere lag. Dieses Kettenschleppschiff war seinerseits eine nautische Rarität. Um 1920 wurde zwischen Kitzingen und Bamberg eine Stahlkette längs durch den Main verlegt, an der sich das Lastschiff mit Dampfkraft entlang hangelte. Dem war die Aufhängung der Nordheimer Fähre im Weg, und man wich in eine Höhe aus, die der „Mainkuh“ genügte, die heutigen Containerfrachtern aber zu niedrig hinge. Für einen Betrieb ohne Hilfskonstrukt würde die Fähre übrigens größere Wasserschrauben benötigen, und dafür ist der Main hier zu flach.

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