Die Natur kehrt zurück

Der Durchstich des Kanals ist praktisch für die Schifffahrt und – schön für die Natur. Denn auf der gesamten abgekürzten Länge von zehn Kilometern ist der Frankenstrom kein Verkehrsweg mehr – jedenfalls nicht für die Frachtkähne, die Franken auf dem Weg zwischen Rotterdam und dem Schwarzen Meer durchkreuzen. Weniger Wellenschlag und Lärm von Schiffsschrauben, die Uferbefestigung unterliegt keinen wasserbaulichen Vorschriften mehr: So konnten seltene Pflanzen und Tiere ihren Lebensraum zurück gewinnen.

Von Astheim bis Schwarzenau sind Fluss und Auen als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Weite Abschnitte mit Schilf, Weiden oder Buhnen wurden in den EU-Rang von Flora-Fauna-Habitaten erhoben. Hier wird zum Beispiel das Blaukehlchen gesichtet, dann und wann stattet ein Seidenreiher Nordheim seinen Besuch ab.

Auch die Lebensform Mensch hat Spaß am verkehrsberuhigten Altmain. Wasserproben bescheinigen dem Fluss seit mehreren Jahren regelmäßig: Man kann drin baden. Einladend klar schaut er vor allem flussaufwärts aus. In Richtung Astheim verläuft eine von zwei Strecken der Mainschlaufe, die streng unter Naturschutz stehen. Für die Motorboote vom Escherndorfer Campingplatz ist der Pegel hier denn auch zu niedrig. Und vor allem: Im ganzen Altmain, den die Fischer auch Wehrarm nennen, gefährdet kein einziger Pott die Schwimmer. Seit einem halben Jahrhundert wurde der Fluss nicht modernisiert, das heißt auch: Bei Nordheim ist er besonders schmal geblieben, sieht nett aus und fließt langsamer als andernorts, wo die Strömung Schwimmer kräftig mitreißt.

Auch Wanderer haben es hierzulande gemütlich. Der sogenannte Kreuzberg lässt sich ebenso leicht besteigen wie das Vögelein – die Nordheimer Landschaft ist leicht gewellt. Die höchste Erhebung liegt 287 Meter über dem Meeresspiegel.