Wein von der Insel

Stromabwärts von der berühmten Volkacher Mainschleife zieht der Fluss gleich seine nächste Kurve. Diese verschlungenen Verhältnisse legten eine Abkürzung für die Schifffahrt nahe: In den 1950er Jahren entstand der Kanal, der heute gemeinsam mit dem Altmain die Küste der Weininsel bildet.

Gut 200 Millionen Jahre vorher war hier alles Wasser – das Germanische Becken. Auf dessen Boden lagerten sich nacheinander die Sedimente Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper ab. Wegen dieser Dreifach-Schichtung heißt dieses Kapitel der Erdgeschichte Trias. Vor 60 Millionen Jahren, inzwischen längst Festland geworden, wurde die Trias-Zone der Fränkischen Platte durch ein Zeitlupenerdbeben ein wenig schräg aufgestellt, von West nach Ost abfallend. Eine gleichmäßige Erosion schmirgelte die Oberfläche so ab, dass die westlichen höchsten Gebiete am stärksten abrieben: Der Bundsandstein des Spessart trat zutage.

Im Maindreieck dominiert folgerichtig Muschelkalk, im Steigerwald Keupergestein. Zwischen beiden liegt die Weininsel mit ihren spannenden Mischformen des klaren mineralischen Kalks und des weicheren Gips-Verwandten Keuper.