Das Gespenst von der Hallburg

Da die Nordheimer Rücken an Rücken mit der Hallburg leben, besucht sie bisweilen auch der kopflose Junker Hahla. Besonders unangenehm war die Begegnung für den Sonnenwirt, den eines Tages auf dem Weg nach Reupelsdorf ein Gewittersturm überraschte. Er stellte sich in einem hohlen Baum unter. Da sah er durch den peitschenden Regen den Junker Hahla herantraben, auf dem Pferd vor sich eine weitere, eine echte Leiche. Dem Sonnenwirt fror das Blut in den Adern, als der Untote versuchte, den Ganztoten zu ihm hinein in die Baumhöhlung zu schieben. Aus Platzmangel fiel das dem Junker nicht leicht, so dass er gottlos fluchte: „Rutsch nur rein, den Sonnenwirt von Nordheim steck ich demnächst hinterher!“ Glücklicherweise bemerkte der Junker Hahla nicht, dass sein nächstes Opfer schon drinstand und fürchterlich zitterte. Lange, nachdem der Junker fortgeritten war, drängelte sich der Sonnenwirt an seinem unheimlichen Gast vorbei und kam mit schlohweißem Haar in Reupelsdorf an.

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