Nordheim. Geschichte eines Ortes

In der ersten Jahrtausendhälfte n. Chr. wanderten die Völker durch Europa. Unser Landstrich sah dabei Markomannen, Burgunder und Alemannen. Um das Jahr 500 dann, mit der Expansion der Franken hinein in das Mainland, bekam auch Nordheim eine Herrschaft, die langfristig festere Verhältnisse schuf.

Eine Säule im Frankenreich bildete das Christentum. So wundert es nicht, dass Mönche in den ältesten urkundlichen Erwähnungen Nordheims eine Rolle spielten: anno 892 und 918 wurde hiesiger Besitz an das Kloster Münsterschwarzach geschenkt. 1306 konnten die Benediktiner ihre Verfügungsgewalt über den Ort bedeutend festigten: Sie erhielten von den Grafen zu Castell die Vogteirechte, konnten also eigens Männer bestimmen, die die weltlichen Angelegenheiten in Nordheim regelten. Ein paar Jahrhunderte lang hatten auch das Hochstift Würzburg und die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach Güter in Nordheim – immerhin soviel, dass hier bisweilen drei Schultheißen residierten.

Gewirtschaftet wurde schwungvoll. Davon zeugt etwa seit dem Jahr 1600 der prächtige Zehnthof, in dem die Nordheimer die Naturalabgaben für ihre geistliche Herrschaft entrichteten. In seinem Gewölbekeller lagert bis heute Wein. Im Ort selbst wuchsen ebenfalls stattliche Fachwerkhäuser heran. Aus dem 17. Jahrhundert stammt auch das Gerichtssiegel, Vorlage für das heutige Wappen: Da die Ortskirche dem Heiligen Laurentius geweiht ist, zeigt es die Insignien dieses Märtyrers, Rost und Palmzweig. Die Farben Blau und Silber kennzeichnen das Kloster Münsterschwarzach.

1803 fiel in Bayern fast der gesamte kirchliche Besitz durch die Säkularisation an den Staat, womit die Zeit der geistlichen Herren über Nordheim endete. Seit der bayerischen Gebietsreform (1971-1980) ist Nordheim Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Volkach, bewahrte sich aber weitgehende Selbständigkeit.